Gemeindeverwaltung

Gemeinderating 2021 - Handelszeitung

25. Nov 2021

Eine Gemeinde, in der es sich gut leben lässt - Interview mit Madeleine Deckert, Gemeindepräsidentin

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Leubringen-Magglingen ist im aktuellen Ranking der attraktivsten Gemeinden der Schweiz mit mehr als 2’000 Einwohnenden gut platziert. Die Gemeindepräsidentin Madeleine Deckert spricht mit uns über die Stärken und Schwächen unserer Gemeinde und die Massnahmen, die sie ergreifen möchte, um das Leben in den beiden Dörfern noch weiter zu optimieren.

In Leubringen-Magglingen lässt es sich gut leben, das kann man durchaus mit Stolz sagen! Ein breites Angebot an Infrastrukturen und Dienstleistungen, insbesondere für Familien, die Nähe zu Biel und zur Natur, seit dem Bau des Kreisels Taubenloch ein schneller Anschluss an das Nationalstrassennetz, die Zweisprachigkeit und nicht zuletzt die aussergewöhnliche Aussicht auf die Alpen: die Gemeinde hat einiges zu bieten! Dies wurde erst kürzlich durch das von der Handelszeitung erstellte Ranking der attraktivsten Gemeinden in der Schweiz bestätigt. Unter den 939 gelisteten Gemeinden mit mehr als 2’000 Einwohnenden liegt Leubringen-Magglingen auf Platz 136. Damit ist sie noch weit entfernt von der besten Gemeinde Risch im Kanton Zug, aber sie ist die attraktivste Gemeinde im Kanton Bern. Dies ist natürlich eine willkommene Nachricht für unsere Behörden.

Die Gemeindepräsidentin Madeleine Deckert sieht dieses Ergebnis vor allem als Ausdruck der Dynamik, die in unserer Gemeinde herrscht. In den letzten Jahren wurden viele Liegenschaften saniert oder neu gebaut. Junge Eltern finden hier unter anderem eine Kinderkrippe, die erst vor Kurzem vergrössert wurde, und eine Ganztagesschule. Die Primarschule wurde renoviert und vergrössert, um dem aktuellen Bedarf Rechnung zu tragen. Auf Initiative einer Schülergruppe wurde ein Pumptrack gebaut, der die Infrastruktur der Schule vervollständigt und von vielen Kindern rege genutzt wird. Es gibt Geschäfte, in denen man sich versorgen kann, und - dank der beiden Funis - eine sehr häufige und regelmässige Verbindung in die Stadt Biel. In der Gemeinde gibt es darüber hinaus das Altersheim «La Lisière». Selbstverständlich wird in Zukunft auch dafür Sorge zu tragen sein, dass bedarfsgerechte Wohnungen für Seniorinnen du Senioren sowie für mobilitätseingeschränkte Personen gebaut werden.

Für die Gemeindepräsidentin ist auch die Zweisprachigkeit nicht zu unterschätzen. Zwar floss sie nicht in die Bewertung ein, aber sie hat sicherlich indirekte Auswirkungen, denn durch sie wird Leubringen-Magglingen für viele Neuzuzüger interessant.

Im Einzelnen wurden bei der Bewertung 70 Faktoren in 8 Kategorien untersucht. Zuerst die gute Nachricht: Leubringen-Magglingen glänzt in der Kategorie «Bevölkerungsstruktur» mit einem hervorragenden 34.Platz. «Wir haben eine jüngere Bevölkerung und viele junge Familien», erklärt Deckert. Die Sozialhilfequote der Gemeinde ist sehr tief und das Bevölkerungswachstum betrug in den letzten zehn Jahren 12 %.

Es überrascht nicht, dass Leubringen-Magglingen in der Kategorie «Wohnen» auf einem guten 53. Platz liegt. Die extrem tiefe Leerstandsquote und erschwingliche Immobilienpreise sind zwei Gründe dafür, dass der Ort einen so hohen Stellenwert hat, auch wenn es nach wie vor nicht leicht ist, eine Wohnung oder ein Haus in Evilard zu finden, sagt die Gemeindepräsidentin.


Gemeindepräidentin, Madeleine Deckert

Wenig Arbeitslosigkeit
Auch in der Kategorie «Arbeitsmarkt» schneidet die Gemeinde gut ab. Die Arbeitslosigkeit ist tief, insbesondere auch dank der Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region.

In der Kategorie «Versorgung» steht die Gemeinde mit Platz 366 noch gut in der oberen Hälfte der Rangliste. Leubringen und Magglingen verfügen über eine gute Infrastruktur mit mehreren Geschäften, einem Coiffeursalon, einem Schönheitssalon und diversen Unternehmen, insbesondere im Baugewerbe und im Dienstleistungssektor (z. B. ein Elektriker, eine Werkstatt usw.). Madeleine Deckert führt diese relativ gute Position auch auf die Anzahl der lokalen Vereine in der Gemeinde zurück. «Dank ihnen ist unsere Gemeinde sehr lebendig», sagt sie.

Schwachstellen

Während die Gemeinde in einigen Bereichen sehr gut abschneidet, besteht in anderen Kategorien noch Potenzial für Verbesserungen. Steuerlich wird die Gemeinde durch hohe Kantonssteuern benachteiligt. «Obwohl die Gemeindesteuern immer noch recht vorteilhaft sind, haben wir in dieser Kategorie keinen Spielraum», sagt Madeleine Deckert.

Bei der Sicherheit schneidet die Gemeinde relativ schlecht ab, was unter anderem auf die geographische Lage unserer Gemeinde und auf Aspekte zurückzuführen ist, auf welche wir keinen Einfluss haben, wie z. B. die Radongaskonzentration in unserer Region.

Zu verbessernde Ökologie
Es gibt noch zwei Kategorien, in denen unsere Behörden bereits an der Verbesserung der Situation arbeiten. Erstens: Ökologie. Evilard liegt hier nur auf Platz 776. «Hier gibt es noch Raum für Verbesserungen.», sagt die Gemeindepräsidentin. Einige Massnahmen wurden jedoch bereits ergriffen. Sie freut sich, mitteilen zu können, dass auf dem Parkplatz im Zentrum von Leubringen Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert werden. Ausserdem wird der Bevölkerung ab dem nächsten Jahr eine Plastikentsorgung angeboten. Für die Gemeindepräsidentin ist es schwieriger, im Energiebereich tätig zu werden. Zum Beispiel hat es noch Potenzial bei der Solarenergie. Sie schlägt interessierten Hausbesitzenden vor, einen Blick ins Solarkataster zu werfen, um zu erfahren, ob sich ihr Dach für die Installation von Solarpanelen eignet (www.solarplattformseeland.ch). Aktuell wird für die Gebäude der Gemeinde ein Projekt zur zentralen Heizung mit Holzschnitzeln entwickelt.

Mobilität im Wandel

Im Bereich der Mobilität liegt Leubringen-Magglingen auf Platz 763. Hier werden in den kommenden Jahren die meisten Veränderungen erwartet. Die Gemeinde ist wahrscheinlich durch ihre Entfernung zum Bahnhof Biel benachteiligt, was die Fahrzeit in die grossen Zentren verlängert», merkt Frau Deckert an. Andererseits bestehen sehr gute Verbindungen zur zweisprachigen Stadt.

Um die Mobilität in der Gemeinde zu untersuchen und zu optimieren, wird im nächsten Jahr eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welcher auch ein Vertreter des BASPO angehören wird. Diverse Projekte sind bereits im Gange. Im öffentliche Verkehr arbeitet die Gemeinde zum Beispiel an der Erweiterung der lokalen Buslinie, die in drei bis vier Jahren das End der Welt in Magglingen mit dem Ortseingang von Leubringen verbinden soll. Die Gemeinde möchte ausserdem ein Pilotprojekt zur Ausweitung des Fahrplans des Ortsbusses durchführen, insbesondere in den Abendstunden und an den Wochenenden. Darüber hinaus werden mit den Strassenbauarbeiten im Dorfzentrum die Bushaltestellen optimiert und für Menschen mit eingeschränkter Mobilität besser zugänglich gemacht. Ausserdem wird die Fahrgeschwindigkeit im Zentrum von Evilard nach Beendigung der Bauphase 2022 auf 30 km/h begrenzt.», betont Madeleine Deckert. Darüber hinaus wird der Bereich vor dem Funi Magglingen mittelfristig umgestaltet und zu einer Begegnungszone werden. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde werden in Kürze über einen Verpflichtungskredit zur Sanierung der Strasse End der Welt abstimmen, wo unter anderem der Bau eines abgesenkten Trottoirs vorgesehen ist.

Veloweg wird geprüft

Das Thema Mobilität, insbesondere der Langsamverkehr, hat sich stark weiterentwickelt: «Als wir 2012 mit dem Projekt «Dorfzentrum» begonnen haben, standen Elektroautos noch nicht auf der Agenda. Wir haben Ladestationen für diese Fahrzeuge dann nachträglich eingeplant.» Mit dem explosionsartigen Boom der Elektro-Velos wird auch die Frage der Sicherheit auf den nach Leubringen führenden Strassen immer akuter. «Wir haben ein Gesuch gestellt, um den Weg zum Spital in den Regionalplan für das Velowegenetz aufnehmen zu lassen. Dieser wurde vom Verein seeland.biel/bienne zu Handen des Kantons verabschiedet. Aber alles braucht seine Zeit», bedauert die Gemeindepräsidentin. «Da die Grundstücke nicht in unserem Eigentum liegen, müssen wir mit vielen Ansprechpartnern zusammenarbeiten, zum Beispiel mit der Stadt und der Burgergemeinde Biel sowie dem Kanton.»

Alles in allem ist die Gemeindepräsidentin mit den von der Gemeinde erzielten Ergebnissen sehr zufrieden. Sie hofft aber auch, dass alle laufenden und zukünftigen Projekte die Attraktivität von Magglingen und Leubringen noch weiter erhöhen. Das hervorragende Abschneiden unserer Gemeinde im Ranking der Handelszeitung verdanken wir der soliden Arbeit aller Mitwirkenden des Gemeinwesens. Die Gemeindepräsidentin dankt hierfür allen Mitarbeitenden der Gemeinde, den Mitgliedern der verschiedenen Kommissionen, der Bevölkerung und natürlich auch Ihrer Kollegin und den Kollegen des Gemeinderates.

Infobulletin 4/2021 Marie-Noëlle Hofmann
Handelszeitung Nr. 41, 7. Oktober 2021, www.handelszeitung.ch

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