Gemeindeverwaltung

Portrait

Portrait

Die Gemeinde Evilard mit ca. 2680 Einwohnern, bestehend aus dem Dorf Leubringen und dem "Sportdorf" Magglingen, liegt auf einem ausgedehnten Höhenzug oberhalb der Stadt Biel - den Berner Jura im Rücken und das Seeland zu Füssen. Es ist eine äusserst attraktive Wohngemeinde, deren Ortsbild sich durch schöne Einfamilienhäuser, stilvolle Villen und geschützte historische Gebäude auszeichnet. Auch die vereinzelten grösseren Wohnbauten entsprechen dem Standart erhöhter Ansprüche. Die Bevölkerung geniesst das ruhige Wohnen im Grünen in unmittelbarer Nähe zur Stadt Biel. Die Hauptstadt Bern ist in ca. 40 Minuten erreichbar. In Evilard selbst hat sich nur wenig Gewerbe angesiedelt. Jedoch verfügt die Gemeinde über ein Angebot für den täglichen Bedarf. Die Wirtschaftszone der Uhrenmetropole Biel und des Berner Mittellands bietet der gut ausgebildeten Bevölkerung genügend interessante Arbeitsstellen. Obwohl die Gemeinde erhöht über dem Seeland liegt, sind die wichtigsten Verkehrsanschlüsse in alle Richtungen nur einige Minuten entfernt.

Evilard verfügt über die volle Gemeindeautonomie. Im Rahmen des Gemeinderats (Exekutive) und der Gemeindeversammlung (Legislative) trifft sie alle Entscheide und gestaltet ihre Zukunft selbst. Beim Vollzug der Aufgaben wird sie von einer kompetenten Gemeindeverwaltung unterstützt, die alle für den Bürger wichtigen Dienstleistungen anbietet.

Aufgrund der Zweisprachigkeit nimmt die Gemeinde Evilard zusammen mit Biel im Kanton Bern einen Sonderstatus ein. Die Gleichbehandlung von Deutsch und Französisch hat einen wichtigen Stellenwert, und beide Sprachen werden schon von klein auf in der Kindertagesstätte, im Kindergarten, der Tagesschule und in der Schule gesprochen. Auch im kulturellen Leben und in den Vereinen gehört die Zweisprachigkeit zum Alltag. Die Kontakte innerhalb des Bundesamtes für Sport sind, ebenso wie die teils illustren Besucher, sogar international geprägt.



Geschichte - Kurzfassung

Die zweisprachige Gemeinde Evilard besteht aus den Ortsteilen Leubringen und Magglingen. Sie liegt am Jurasüdfuss auf einer von Nordosten nach Südwesten von 604 auf 1080 m ansteigenden Terrasse über der Stadt Biel. Der Ortsteil Leubringen ist auf drei Seiten von dem zur Gemeinde Biel gehörenden Malewagwald umschlossen. Gegen Südwesten hin erstrecken sich die «Magglinger Matten», die zu einem kleineren Teil zur Gemeinde Evilard und zum grösseren Teil zu Lamboing bzw. zu der seit 2014 bestehenden Fusionsgemeinde Plateau de Diesse gehören. Ein südöstlicher Streifen des heutigen Ortsteils Magglingen war wohl seit sehr langer Zeit Weidegebiet der Leubringer Bauern, während der nordwestliche Teil Weidegebiet von Orvin war und dort als Pré de Macolin bezeichnet wurde. 1880 beschloss der Grosse Rat des Kantons Bern, die Gemeindegrenze zwischen Evilard und Orvin und damit auch die Grenze zwischen den Amtsbezirken Courtelary und Biel so zu verschieben, dass die Pré de Macolin (das Gebiet, das heute als End der Welt und Hohmatt bezeichnet wird) neu zur Gemeinde Evilard gehörte. Dadurch vergrösserte sich das Gemeindegebiet um rund 79 Hektaren, nämlich von 291 auf 370 Hektaren.

Leubringen gehörte bis 1798 zum fürstbischöflichen Meiertum Biel. Dieses umfasste neben der Stadt Biel auch die «Äusseren Ziele» Vingelz, Leubringen und Bözingen. Landesherr war der Fürstbischof von Basel, der seit der Reformation in Pruntrut residierte und in seiner weltlichen Funktion ein Fürst des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation war. Die Schüss bildete die Grenze zwischen fürstbischöflichem und bernischem Gebiet. Gerichtsrechtlich waren die Leubringer Bauern dem Rat der Stadt Biel untertan. Kirchenrechtlich gehörten sie zur Pfarrei Orvin (bis 1821, danach zur Kirchgemeinde Biel).

1798 bis 1813 war Leubringen zusammen mit Biel und dem ganzen ehemaligen Fürstbistum Teil Frankreichs. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde dieses Gebiet der Schweiz bzw. dem Kanton Bern angeschlossen. Nach der liberalen Revolution von 1831 entstand ein neues Gemeindegesetz (1833), das vorschrieb, neben der bisherigen Gemeinde der Alteingesessenen sei neu eine Einwohnergemeinde zu schaffen, in der alle erwachsenen Männer politisch gleichberechtigt waren. Die Einwohnergemeinde war von da an zuständig für alle öffentlichen Aufgaben, während die alte Gemeinde, nun als Burgergemeinde bezeichnet, nur noch ihr eigenes Vermögen (Wald und Weide) verwaltete. 1864 musste die Burgergemeinde einen Teil ihres Vermögens an die Einwohnergemeinde abtreten.

1877 wurde das Kurhaus Magglingen (Grand Hôtel) eröffnet. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich ein beträchtlicher Tourismus, der nach der Eröffnung der Drahtseilbahn Biel-Magglingen 1887 noch zunahm. Auch Leubringen war einbezogen; neben dem Hotel «Drei Tannen» (1962 abgerissen) entstanden weitere Hotels und Dépendancen. 1898 nahm die Drahtseilbahn Biel-Leubringen den Betrieb auf. Damit war Leubringen verkehrsmässig eng an die Stadt Biel angeschlossen und wurde zum beliebten Wohnort. Allmählich verlor Leubringen seinen Charakter als Bauerndorf. Zwischen 1900 und 1950 verdoppelte sich die Einwohnerzahl.


Geschichte - Die Geschichte von Leubringen-Magglingen

Topografie
Die zweisprachige Gemeinde Evilard besteht aus den Ortsteilen Leubringen und Magglingen. Sie liegt am Jurasüdfuss auf einer von Nordosten nach Südwesten von 604 auf 1080 m ansteigenden Terrasse über der Stadt Biel. Der Ortsteil Leubringen ist auf drei Seiten von dem zur Gemeinde Biel gehörenden Malewagwald umschlossen. Gegen Südwesten hin erstrecken sich die «Magglinger Matten», ein ehemals zusammenhängendes Weidegebiet, das heute nur zu einem kleineren Teil zur Gemeinde Evilard und zum grösseren Teil zu Lamboing bzw. zu der seit 2014 bestehenden Fusionsgemeinde Plateau de Diesse gehört. Ein südöstlicher Streifen des heutigen Ortsteils Magglingen war wohl seit sehr langer Zeit Weidegebiet der Leubringer Bauern, während der nordwestliche Teil Weidegebiet von Orvin war und dort als Pré de Macolin bezeichnet wurde. 1880 beschloss der Grosse Rat des Kantons Bern, die Gemeindegrenze zwischen Evilard und Orvin und damit auch die Grenze zwischen den Amtsbezirken Courtelary und Biel so zu verschieben, dass die Pré de Macolin (das Gebiet, das heute als End der Welt und Hohmatt bezeichnet wird) neu zur Gemeinde Evilard gehörte. Dadurch vergrösserte sich das Gemeindegebiet um rund 79 Hektaren, nämlich von 291 auf 370 Hektaren.

[Dufourkarte 1860]


Ortsname
Wie alle Orte auf der Sprachgrenze zwischen der deutschsprachigen und der französischsprachigen Schweiz hat Leubringen einen deutschen und einen französischen Namen. Während vielerorts der französische Name eine Umformung des deutschen oder umgekehrt der deutsche Name eine Umformung des französischen ist, haben sich hier beide Namen unabhängig voneinander entwickelt.

Gemäss dem von der Forschungsstelle für Namenkunde der Universität Bern herausgegebenen Ortsnamenbuch des Kantons Bern wird Leubringen erstmals in einem lateinischen Dokument von 1284 erwähnt: nemus magnum inter Leimringgen et Friderichswart et Bogsingen (das Wald- und Weidegebiet zwischen Leubringen und Friedliswart und Bözingen). Weiter sind folgende Schreibweisen dokumentiert: Loumeringen (1300), Loemaringen (1305), Loemringen (1474), Loewmeringen (1507), Laemringen (1531). Loeuwbringen (1551), Laubringen (1679), Leubringen (1838). Die Endung ingen deutet auf eine alamannische Besiedlung hin. Der davorstehende Wortteil war wohl ursprünglich der Name des landbesitzenden Alamannen Leutmar/Leudomar.

Der französische Name Esvillard/Evillard/ Evilard geht auf den lateinischen Begriff villa (Landgut) bzw. villaris (zum Landgut gehörend) zurück, wovon sich auch der deutsche Begriff Weiler ableitet.

Magglingen/Macolin wird erstamls in einem Dokument von 1305 als Macalingen erwähnt. Weitere Erwähnungen: 1335 mont de Macolin, 1342 Macoleyn. Im 15. und 16. Jahrhundert bleibt es beim Wortlaut Magglingen/Macolin, nur die Schreibweise ist schwankend: maglingen, magklingen, macklingen.


Fürstbischöfliche Zeit
Leubringen gehörte bis 1798 zum fürstbischöflichen Meiertum Biel. Dieses umfasste neben der Stadt Biel auch die «Äusseren Ziele» Vingelz, Leubringen und Bözingen. Landesherr war der Fürstbischof von Basel, der seit der Reformation auf seinem Schloss in Pruntrut residierte und in seiner weltlichen Funktion ein Fürst des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation war.

Die Schüss bildete die Grenze zwischen fürstbischöflichem und bernischem Gebiet. Diese Grenze war allerdings in wirtschaftlicher und auch in politischer Hinsicht durchlässig, weil Biel seit den Burgunderkriegen (1474-77) «Zugewandter Ort» der Eidgenossenschaft war, und zwar samt seinem Bannergebiet (Gebiet, in dem Biel Truppen aufbieten konnte), das sich bis ins Erguel (Vallon der St-Imier) erstreckte. Gerichtsrechtlich waren die Leubringer Bauern dem Rat der Stadt Biel untertan. Sie waren zu Naturalabgaben und Frondiensten verpflichtet.

Die Stadt Biel anerkannte den Fürstbischof von Basel als Landesherrn, war aber weitgehend autonom. Ihre Anbindung an den Fürstbischof war institutionell abgesichert, indem der Meier formal ein fürstbischöflicher Beamter war. Die reformierte Bevölkerung des Meiertums sowie diejenige des Erguel mussten jedem neuen Fürstbischof in der Bieler Stadtkirche den Treueschwur leisten. Die weltliche Herrschaft, die der Bischof als Fürst des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation ausübte, war auf das Gebiet des heutigen Kantons Jura, des Berner Juras und der Stadt Biel beschränkt, während sich seine geistlichen Funktionen auf ein viel grösseres Gebiet bezogen.

[Karte der Diözese und der weltlichen Herrschaft des Fürstbischofs von Basel vor 1798]


Französische Zeit 1798 bis 1813
1798 änderten sich die Verhältnisse. Schon 1792 war eine französische Armee in den nördlichen Teil des Juras einmarschiert. Ende 1797und Anfang 1798 eroberten die Franzosen auch den südlichen Teil und gliederten das ganze ehemalige Fürstbistum der revolutionären Französischen Republik an. Leubringen war nicht mehr Bieler Untertanengebiet, sondern eine französische Munizipalgemeinde, die rechtlich auf gleicher Stufe wie die viel grössere Gemeinde Biel stand. Die Stadt Biel war allerdings in jener Zeit auch Hauptort einer untergeordneten Verwaltungseinheit, des Canton de Bienne, zu dem auch Evilard gehörte. Damals wurde die bis dahin nur ungenau definierte Grenze der Gemeinde Evilard neu festgelegt; sie erfuhr allerdings später noch diverse Korrekturen (in Magglingen, aber auch etwa im Gebiet des Maison Blanche, das ursprünglich zu Biel gehörte).


Eingliederung in den Kanton Bern
Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde das ehemalige Fürstbistum der Schweiz eingegliedert und wurde (mit Ausnahme des Birseck, das Basel angeschlossen wurde) Teil des Kantons Bern. Der Wunsch der Stadt Biel, Hauptort eines eigenen Amtsbezirks zu sein, wurde vorerst nicht erfüllt. Biel, Vingelz, Leubringen und Bözingen wurden ins Oberamt Nidau eingegliedert. Erst 1832 konstituierte der Grosse Rat den kleinen Amtsbezirk Biel mit den Gemeinden Biel, Vingelz, Leubringen und Bözingen. Seit 2010 sind die alten Amtsbezirke aufgehoben und Evilard gehört neu zum Verwaltungskreis Biel/Bienne mit 19 Gemeinden sowie zur Verwaltungsregion Seeland mit 42 Gemeinden.

Nach dem Anschluss Leubringens an den Kanton Bern wurde das alte Ortsburgerrecht wiederhergestellt. Das bedeutete, dass nur die alteingesessenen Familienoberhäupter über Gemeindeangelegenheiten entscheiden konnten; die Neuzuzüger wurden wieder zu Hintersassen herabgestuft. Das änderte sich nach der liberalen Revolution von 1831. Das bernische Gemeindegesetz von 1833 schrieb vor, dass alle Gemeinden ein Reglement zu erstellen hatten, durch das neu eine Einwohnergemeinde konstituiert wurde. Alle erwachsenen männlichen Einwohner, die das kantonale Bürgerrecht besassen, waren politisch gleichberechtigt. Die Einwohnergemeinde war zuständig für die öffentlichen Angelegenheiten, während die bisherige Gemeinde der alt Eingesessenen, von nun an als Burgergemeinde bezeichnet, nur noch ihr eigenes Vermögen, hauptsächlich bestehend aus Wald und Weiden, verwaltete. Die Einwohnergemeinde hatte vorerst kein eigenes Vermögen, was es ihr erschwerte, ihre öffentlichen Aufgaben zu finanzieren. Das Gemeindegesetz von 1852 schrieb dann vor, dass die Burgergemeinde einen Teil ihres Vermögens an die Einwohnergemeinde abzutreten hatte. In Leubringen wurde 1864 ein Vertrag zwischen der Burgergemeinde und der Einwohnergemeinde geschlossen, durch den ein Teil der Gemeindegüter aus dem Vermögen der Burgergemeinde ausgeschieden und an die Einwohnergemeinde übertragen wurde (zum Ausscheidungsvertrag vgl. http://www.bgevilard.ch/portail/de/geschichte.html ). Zur Hauptsache handelte es sich um die Wege, Plätze, Brunnen und Wasserleitungen sowie das Feuerspritzenhaus. Dazu kamen jährliche Zahlungen der Burgergemeinde an die Einwohnergemeinde als Abgeltung für ein geschuldetes Kapital.

Leubringen besass keine eigene Kirche und gehörte zur Pfarrei Orvin. 1821 beschloss Leubringen, sich der Kirchgemeinde Biel anzuschliessen; diese errichtete 1887 die Leubringer Kapelle neben der Hauptstrasse. 1850 wurde das Schulhaus an der Hauptstrasse eröffnet. Der Saal des gegenüberliegenden Gemeindehauses wurde als Turnhalle benutzt. Eine wichtige Veränderung bedeutete es, als 1870 die Fahrstrasse nach Leubringen als Abzweigung von der 1859 eröffneten Reuchenettestrasse gebaut wurde. Der alte steile Karrenweg, der direkt von Biel nach Leubringen bzw. nach Orvin führte, wurde zweitrangig.

Anzahl Häuser und Einwohner in Leubringen/Magglingen:

JahrHäuserEinwohner
1580634
177028168
179334
181846
185078365
1880100
1906
612
1941145
1950
1110
2000
2394

Magglingen und Leubringen als Luftkurort und als Wohnort für Pendler
1877 wurde das Kurhaus Magglingen (Grand Hôtel) eröffnet. Die gute Höhenluft wurde damals als besonders heilsam angesehen, und bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich ein beträchtlicher Tourismus, der nach der Eröffnung der Drahtseilbahn Biel-Magglingen 1887 noch zunahm. Auch Leubringen war einbezogen; hier bestand schon das Hotel «Drei Tannen» (1962 abgerissen) und weitere Hotels und Dépendancen wurden gebaut. 1898 nahm die Drahtseilbahn Biel-Leubringen den Betrieb auf. Damit war Leubringen verkehrsmässig eng an die Stadt Biel angeschlossen und wurde zum beliebten Wohnort. Allmählich verlor Leubringen seinen Charakter als Bauerndorf. Zwischen 1900 und 1950 verdoppelte sich die Einwohnerzahl. In den 1920er Jahren entstanden die ersten Häuser am Chemin des Ages. Zwischen 1950 und heute wurde das ganze ehemalige Landwirtschaftsgebiet nordöstlich des alten Dorfkerns immer dichter überbaut. Parallel dazu wurde die Infrastruktur ausgebaut: Verbreiterung der Hauptstrasse, 1952 Eröffnung des neuen Schulhauses am Chemin des Voitats. Dieses Schulhaus wurde in der Folge mehrmals erweitert. Nach Abbruch des alten Gemeindehauses entstand 1972 das neue Gemeindehaus mit grosszügigem Gemeindesaal, in dem zweimal jährlich die Gemeindeversammlung tagt, der aber auch als Ausstellungsraum, Konzertsaal, Tagungsort usw. genutzt wird.

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